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Sternschnuppen und Vollmond

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Sternschnuppen und Vollmond
Alex hatte Freunde und Bekannte in ihre neue Wohnung auf dem Herskamp in Essen-Gerschede im Nordwesten der Stadt eingeladen. Zum Einen war dies ihre Einweihungsfete, zum Anderen wollte Alex gemeinsam mit ihren Freunden den Sternschnuppenregen, der die für die Vollmondnacht vom 12. auf den 13. August 2011 angekündigt war, von ihrem Balkon aus bewundern. Ihr Balkon bot einen herrlichen Panorama-Blick in alle Himmelsrichtungen außer Westen – im Norden sah sie die Kokerei Prosper-Haniel und das Tetraeder in Bottrop nebst weiteren Halden, die in Gladbeck und Gelsenkirchen lagen, wenn sie in östliche oder südliche Richtung schaute, sah sie die umliegenden Häuser und Gärten.
Zu ihrem Haus gehörte ebenfalls ein kleiner Garten mit einem Kirschbaum, der von den Mietparteien der beiden Souterrain-Wohnungen gerade an warmen, sonnigen Tagen oft genutzt wurde. Einmal im Jahr erntete ihr Vermieter die Kirschen und brachte jedem Mieter im Haus eine ganze Schüssel mit den süßen Früchten vorbei.
Alex‘ beste Freundin Uli war mit ihrem Hund Herkules gekommen, einer reizenden, kleinen Mischung aus Chihuahua, Yorkshire Terrier und Shitzu. Ihre gemeinsame Freundin Renate, die genau wie Uli in Düsseldorf wohnte, war gemeinsam mit ihr eingetroffen. Nach und nach kamen auch weitere Gäste: Alex‘ Freunde und Kollegen Thomas, Steffi und Marina sowie Alex‘ ehemaliger Kunde Olli, den sie erfolgreich in eine neue Anstellung hatte vermitteln können. Ob auch ihr Kollege Zorro kommen würde, war zunächst unklar, eventuell wollte er nach einem Auftritt mit seiner Band in der Kaue in Gelsenkirchen noch als Überraschungsgast bei Alex reinschauen.
Kurz vor zehn war die Sonne bereits untergegangen, während der Vollmond langsam über den Bäumen am Hang der benachbarten Plantage aufging. Renate, die sich oft als kleine Vollmond-Hexe bezeichnete, flitzte hinunter in den Garten, um ihren neuen Besen auszuprobieren, den sie sich extra für diesen Zweck gekauft hatte. Marina, die gerne fotografierte, starrte vom Balkon aus ungeduldig in den Himmel und wartete auf Sternschnuppen – sie sah jedoch lediglich in  unmittelbarer Nähe des Vollmonds eine grünlich schimmernde Ansammlung von Sternen. Das war das Sternbild Geile Gewürzgurke, wie Alex ihr einmal erklärt hatte, also nichts wirklich Neues. Aus dem All drang wüstes Gejaule zu ihnen herunter, denn der Abendstern, der über dem Hochhaus am Reuenberg stand, grölte mal wieder stilecht „Evening Star“ von Judas Priest in die Gegend rein. Steffi stand neben Marina auf dem Balkon und strich sich zeitweise über ihr rundes Baby-Bäuchlein, wobei sie genauso ungeduldig auf Sternschnuppen wartete wie ihre Freundin und Kollegin. Sie erschrak fürchterlich, als eine kleine Fledermaus dicht vor ihrem Gesicht vorbei segelte, um einen Nachtfalter zu erbeuten. Während Alex gemeinsam mit Olli hinunter in den Garten ging, wo Renate immer noch versuchte, mit ihrem Besen zu starten, legte Uli passende Musik auf: „Hells Bells“ von AC/DC. Alex, die Metal-Fan war und das im Garten hören konnte, zeigte dem Vollmond die Teufelsforke, denn dieser Klassiker gefiel ihr besonders, weil so schön düster und unheimlich. Der Abendstern über dem Hochhaus am Reuenberg begann, Headbanging zu machen. Die Metal-Mähne dazu fehlte dem kleinen Himmelskörper selbstverständlich, aber dennoch grölte er fröhlich mit. Thomas schlief recht schnell ein, da ihn eine Flasche Rotwein auf „ex und hopp“ ziemlich müde gemacht hatte.
Neben dem Kirschbaum befanden sich im Garten des Hauses noch einige Spielgeräte für Kinder wie etwa Sandkasten, Rutsche, Kunststoffzelt und Wippe, denn es lebten auch zwei Kinder in dem Zwölf-Parteien-Haus. Hinzu kam ein vierjähriges Mädchen, das von einer der Mieterinnen, die als Tagesmutter fungierte, betreut wurde. Olli und Alex setzten sich in den Sandkasten, um eine Sandburg zu bauen, denn Alex hatte dem oft selbstunsicheren Olli den Tipp gegeben, Sandburgen zur Entspannung zu bauen. Kurz bevor sie wegen einer Transitorischen Ischämischen Attacke, kurz TIA, ins Krankenhaus gekommen war, hatte sie ihm sogar ein entsprechendes Zertifikat mittels PowerPoint
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Titel: Sternschnuppen und Vollmond
Umfang: ~5 Buchseiten (1213 Wörter)
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